
Als Auslandskreuzer wurden seit dem Ende des 19. Jahrhunderts solche Kreuzer bezeichnet, die speziell für den Einsatz in überseeischen Gebieten und den Kolonien hauptsächlich von Großbritannien, Frankreich und Russland gebaut wurden. Gegenüber anderen Kreuzern verfügten die meistens recht langsamen Auslandskreuzer über ein höheres Deplacement (Verdrängung), um mehr Kohle bunkern zu können und somit die Seedauer zu erhöhen, da es im Einsatzgebiet meistens an Kohlestationen mangelte. Auch die Quartiere der Besatzungen waren oft großzügiger bemessen und besser belüftet, um einen Einsatz in tropischen Regionen zu ermöglichen.
Die deutsche Kaiserliche Marine setzte als Auslandskreuzer zunächst die älteren Geschützten Kreuzer, später dann Kleine Kreuzer ein. Vereinzelt taten auch Einheiten des Typs Großer Kreuzer Dienst auf den Überseestationen, so etwa SMS Scharnhorst und SMS Gneisenau auf der Ostasienstation und die moderne SMS Goeben im Mittelmeer. Nach dem Ersten Weltkrieg entfiel der Begriff Auslandskreuzer bei den Kriegsflotten. Die Aufgaben der Auslandskreuzer wurden nach Bedarf meistens von Leichten Kreuzern oder Schweren Kreuzern wahrgenommen.
Varianten der Auslandskreuzer waren die Stationskreuzer und Kolonialkreuzer.
Es ist jedoch schwierig, diese drei Bezeichnungen abzugrenzen, da sie sich nicht auf technisch unterschiedliche Kreuzertypen bezogen, sondern vielmehr die Art der Verwendung dieser Schiffe beschrieben. Außerdem gab es keine international einheitliche Klassifizierung oder Sprachregelung für die Begriffe Auslands-, Stations- und Kolonialkreuzer.
Vermutlich ist die folgende Abgrenzung weitgehend zutreffend:
Quelle und weiterführende Literatur:
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