
| Република Србија Republika Srbija |
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| Amtssprache | Serbisch[1] | ||||
| Hauptstadt | Belgrad | ||||
| Staatsform | Parlamentarische Republik | ||||
| Regierungsform | Parlamentarische Demokratie | ||||
| Staatsoberhaupt | Präsident Boris Tadić | ||||
| Regierungschef | Ministerpräsident Mirko Cvetković | ||||
| Fläche | 88.3611 (110.) km² 77.4742 (115.) km² |
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| Einwohnerzahl | 7.498.001[2] (April 2002)2 | ||||
| Bevölkerungsdichte | 96.782 Einwohner pro km² | ||||
| BIP | 20082 [3] |
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| Währung | 1 Serbischer Dinar = 100 Para 1 € = 77,951 RSD (Stand: 28. Juli 2008) |
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| Gründung | 15. Februar 1835 Erste Verfassung 25. März 1867 Unabhängigkeit 13. Juli 1878 Internationale Anerkennung |
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| Nationalhymne | Bože Pravde | ||||
| Nationalfeiertag | 15. Februar (Inkrafttreten der ersten Verfassung 1835) | ||||
| Zeitzone | UTC+1 MEZ UTC+2 MESZ (März - Oktober) |
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| Kfz-Kennzeichen | SRB | ||||
| Internet-TLD | .rs (.yu läuft zum 30. September 2009 aus) | ||||
| Telefonvorwahl | +381 | ||||
| 1 = inklusive Kosovo 2 = ohne Kosovo |
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Serbien (serbisch Србија/ Srbija
anhören ?/i) ist ein Binnenstaat in Südosteuropa. Die offizielle Bezeichnung lautet Republik Serbien (Република Србија / Republika Srbija). Serbien liegt im Zentrum der Balkanhalbinsel und grenzt im Norden an Ungarn, im Osten an Rumänien und Bulgarien, im Süden an Mazedonien und (über das völkerrechtlich umstrittene Kosovo) an Albanien, im Südwesten an Montenegro und im Westen an Bosnien und Herzegowina und Kroatien.
Serbiens jüngere Geschichte ist geprägt durch seine Rolle als größter Teilstaat Jugoslawiens. Es ist nach dem endgültigen Zerfall Jugoslawiens auch alleiniger Rechtsnachfolger der 1992 gegründeten Bundesrepublik Jugoslawien.[4]
→ Hauptartikel: Geographie Serbiens
Der nördliche Teil Serbiens gehört zur Pannonischen Tiefebene, der mittlere Teil des Landes wird zum großen Teil von mehreren Mittelgebirgszügen eingenommen, die eine Verbindung zwischen dem Dinarischen Gebirge im Westen und dem Balkangebirge im Osten bilden, den südlichen Teil Serbiens bedecken hohe Mittelgebirge und Hochgebirge. Höchster Berg ist der Đeravica im Prokletije-Gebirge im Kosovo mit 2.656 m Höhe. 30 % der Fläche Serbiens sind bewaldet.
Hydrographisch gehört der größte Teil Serbiens zum Einzugsbereich der Donau, die in ihrem Mittellauf auf einer Strecke von 588 km das Land durchquert. Die wichtigsten Donaunebenflüsse in Serbien sind die Save (in die wiederum die Drina mündet), die Morava, die Theiß und der Timok. Lediglich der äußerste Südwesten des Landes wird durch den Weißen Drin zur Adria hin entwässert, der äußerste Südosten wird über den Fluss Pčinja, welcher in den Vardar mündet, zur Ägäis hin entwässert.
Der nördlichste Punkt Serbiens befindet sich in der Gemeinde Subotica in der nordserbischen Provinz Vojvodina (46° 11' N). Der südlichste Punkt Serbiens liegt in der südserbischen Provinz Kosovo (Gemeinde Gora), im Dreiländereck Serbien-Albanien-Mazedonien (genaue Koordinaten: 41°52' N). Der östlichste Punkt liegt am Stara Planina Gebirge in der Gemeinde Dimitrovgrad (genaue Koordinaten: 23°01). Den westlichsten Punkt Serbiens findet man an der Donau bei Bezdan (genaue Koordinaten: 18°51'E). Der niedrigste Punkt Serbiens (17 m ü. NN) befindet sich an der Donau bei Prahovo in Ostserbien.
Die größte Insel Serbiens ist die 60 km² große Flussinsel Ostrvo in der Donau östlich von Belgrad bei Kostolac.
Der größte natürliche See in Serbien ist der Belo jezero in der Vojvodina mit ca. 25 km². Daneben gibt es in Serbien einige größere künstliche Stauseen. Der Größte ist der Djerdapsee (Đerdapsko jezero), Stausee der Donau oberhalb des Eisernen Tores, mit 163 km² auf serbischer Seite (Gesamt: 253 km²). Weitere Stauseen sind der Vlasinasee und der Perućacsee.
Der höchste Wasserfall in Serbien ist der 71 m hohe Jelovarnik im Kopaonik. Die größte und längste, aber nicht tiefste Schlucht Serbiens und in Europa ist das Eiserne Tor an der Donau.
Die historischen Regionen in Serbien haben heute keinen offiziellen Status. Häufig sind jedoch die Bezirke nach ihnen benannt. So ist beispielsweise die Šumadija sowohl ein Bezirk als auch eine Region, da die Grenze der Region Šumadija nicht klar definiert ist und sich oftmals weiträumige Gebiete außerhalb des heutigen Bezirkes zur Šumadija rechnen. Die Regionen in der Vojvodina werden nach Flüssen, andere nach Bergen bzw. Gebirgen beannt. Viele der Regionen verfügen über einen serbischen Namen, der sich aus der folgenden Struktur ableitet: Pr + (Name eines Flusses) + je. So ist die im Norden von Zentralserbien gelegene Region Podunavlje aus diesem Konzept entstanden. Sie verdankt ihren Namen der Donau (Serbisch: Дунав/Dunav). Die Region Podrinje erstreckt sich entlang der Drina oder die Pomoravlje entlang der Morava. Andere hingegen tragen den Namen eines Berges, wie die Regionen Zlatibor oder Kopaonik.
→ Hauptartikel: Welterbe, Nationalparks und Schutzgebiete in Serbien
Serbien verfügt über fünf Nationalparks und 20 Naturparks und rund 590 Naturschutzgebiete[5] mit einer Gesamtfläche von 7.315,08 km², womit mehr als 8 % Serbiens unter Naturschutz stehen. Die fünf Nationalparks entsprechen der Kategorie II der IUCN.
| Nationalpark | angenommen in der Liste der IUCN | Opština (Gemeinden) | Fläche (km²) |
|---|---|---|---|
| Nationalpark Đerdap | 1974 | Golubac, Majdanpek, Kladovo | 636,8 |
| Nationalpark Kopaonik | 1981 | Raška, Brus | 118 |
| Nationalpark Tara | 1981 | Bajina Bašta | 190 |
| Šar Planina | 1986 | Štrpce, Kačanik, Prizren, Suva Reka | 390 |
| Fruška Gora | 1960 | Novi Sad, Sremski Karlovci, Beočin, Bačka Palanka, Šid, Sremska Mitrovica, Irig, Inđija | 253,93 |
Acht Orte Serbiens wurden in der Ramsar-Konvention aufgelistet für die Erhaltung von Feuchtgebieten[6].
| Gebiet | hinzugefügt in der Ramsar-Konvention | Opština (Gemeinden) | Fläche (km²) |
|---|---|---|---|
| Gornje Podunavlje | 2007 | Apatin | 224,8 |
| Labudovo okno | 2006 | Bela Crkva | 37,33 |
| Ludašersee | 1977 | Subotica | 5,93 |
| Obedska bara | 1977 | Pećinci | 175,01 |
| Peštersko polje | 2006 | Sjenica | 34,55 |
| Slano Kopovo | 2004 | Novi Bečej | 9,76 |
| Carska bara | 1996 | Zrenjanin | 17,67 |
| Vlasinasee | 2007 | Surdulica | 32,09 |
Die Vojvodina im Norden und der Kosovo im Süden bilden nach der Verfassung aus dem Jahr 2006 die zwei autonomen Provinzen Serbiens. Das Parlament des seit 1999 unter UNO-Verwaltung stehenden Kosovo hat im Februar 2008 die Unabhängigkeit der Region erklärt, wobei der völkerrechtliche Status der Republik Kosovo international umstritten ist, da auch die UNO selbst den Kosovo weiterhin als integralen Bestandteil Serbiens betrachtet[7]. Aus Protest gegen die einseitige Unabhängigkeit gründeten die Serben im Nordkosovo die Gemeinschaft der Gemeinden der Autonomen Provinz Kosovo und Metochien[8], welche sich de facto der Kontrolle der Institutionen in Priština entzieht. Entsprechend der Bemühungen der serbischen Regierung, ihre Territorialansprüche auf dem Gebiet geltend zu machen, wird in offiziellen Dokumenten stets vom Kosovo als einem besetzten Teil Serbiens gesprochen.
Der genaue Grenzverlauf zwischen Serbien und Kroatien entlang der Donau ist bis heute umstritten. Aufgrund der Tatsache, dass die Donau in den letzten Jahrhunderten ihren Lauf ständig um einige Kilometer änderte, verlief die Grenze nicht immer in der Mitte des Flusses, sondern entlang von Altarmen der Donau. Zudem entstanden Flussinseln, welche zwar ins serbische Territorium hineinragten, aber zu Kroatien gehörten.[9]
Mit dem Vertrag von Erdut, welcher von Serbien und Kroatien 1995 unterzeichnet wurde, kam Ostslawonien vorübergehend für zwei Jahre unter UN-Verwaltung (siehe UNTAES), später zu Kroatien. Im Vertrag wurde der Grenzverlauf als der Mittellauf der Donau definiert. Danach übernahmen serbische Streitkräfte auch die Kontrolle über umstrittene Donauinseln (darunter die Šarengradska Ada und die Vukovarska Ada). Die Gesamtfläche der umstrittenen Gebiete, welche heute unter serbischer Verwaltung stehen, beträgt 115 km².
Serbien liegt auf einer Halbinsel mit einer großen Landmasse, die im Westen, Süden und Osten von relativ warmen Meeren (Adria, Ägäis und Schwarzes Meer) und im Norden vom restlichen europäischen Festland umgeben wird. Ein weiterer wichtiger Faktor, welcher das Klima Serbiens bestimmt, ist das Relief. Grob gesagt herrscht in Serbien Kontinentalklima im Norden, gemäßigt-kontinentales Klima im Süden, Gebirgsklima in den höheren Gebirgen im Süden des Landes. Die Winter in Serbien sind kurz, kalt und schneereich, die Sommer sind warm. Der kälteste Monat ist der Januar, der wärmste ist der Juli. Die tiefste bisher gemessene Temperatur in Serbien lag bei −38,0°C (26. Januar 1954 in Sjenica), die höchste bei 44,3°C (22. Juli 1939 in Kraljevo). Die Jahresdurchschnittstemperatur in Serbien liegt bei 10°C. Die durchschnittliche Niederschlagsmenge bei 896 mm.
Die bedeutendsten Winde in Serbien sind:
Die Zusammensetzung der Bevölkerung ist in den verschiedenen Landesteilen sehr unterschiedlich. In Zentralserbien leben zum allergrößten Teil Serben, daneben auch Rumänen (Walachen) im Osten und Nordosten; Bulgaren im Südosten und verstreut Roma. In der Region von Stari Ras lebt auch eine größere Minderheit von Bosniaken, im Preševo-Tal im südlichsten Zipfel des Engeren Serbien eine albanische Minderheit.
Die Vojvodina (Banat, Batschka und Syrmien) ist schon seit Jahrhunderten geprägt durch ein buntes Völkergemisch - vor allem aus Serben (65,05 %), Ungarn (14,28 %), Slowaken (2,79 %), Kroaten (2,78 %), Rumänen (1,50 %), Roma (1,43 %) und früher auch etwa 200.000 bis 350.000 Deutschen, die nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Begründung des Landesverrates vertrieben wurden.
In die Vojvodina und das nördliche Engere Serbien kamen in den letzten Jahren etwa 490.000 (Binnen)-Flüchtlinge aus den Kriegsgebieten in Kroatien, Bosnien und Herzegowina und dem Kosovo (etwa 180.000 aus Kroatien, 90.000 aus Bosnien und Herzegowina, 220.000 aus dem Kosovo).
Im umstrittenen Kosovo leben heute mehrheitlich Albaner (88 %). Die größte Minderheit bilden die Serben (7 %). Kleinere Minderheiten bilden die Roma, Goranen, Bosniaken und Türken.
Die Sterberate ist in Serbien gegenwärtig überdurchschnittlich hoch. So lag sie 2005 bei 14,3 Gestorbenen je 1.000 Einwohnern. Zum Vergleich lag die Sterberate in Deutschland 2005 bei 10,1 je 1.000 Einwohnern. Die Geburtenziffer liegt bei 1,78. Die durchschnittliche Lebenserwartung beträgt bei Männern 71 und bei Frauen 76 Jahre.
Die überwiegende Mehrheit der Einwohner Serbiens sind Christen, davon bekennt sich mit etwa 6,3 Millionen die Mehrheit zur serbisch-orthodoxen Kirche, zudem gibt es noch Katholiken, Protestanten und einige wenige neuapostolische Christen. Daneben leben in Serbien auch Atheisten sowie Anhänger anderer Religionen, wie z.B. Muslime.
Zusammensetzung der Bevölkerung nach Nationalitäten laut offiziellem Ergebnis der Volkszählung vom April 2002[10] In der von der UNMIK verwalteten Provinz Kosovo fand diese Volkszählung aus politischen Gründen nicht statt. Die hier genannten Zahlen gelten für die Provinz Vojvodina und das Zentralserbien.)
| Gesamt | Zentralserbien | Vojvodina | ||||
| Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | Anzahl | Prozent | |
| TOTAL | 7.498.001 | 100 | 5.466.009 | 100 | 2.031.992 | 100 |
| Serben | 6.212.838 | 82.86 | 4.891.031 | 89.48 | 1.321.807 | 65.05 |
| Montenegriner | 69.049 | 0.92 | 33.536 | 0.61 | 35.513 | 1.75 |
| Jugoslawen | 80.721 | 1.08 | 30.840 | 0.56 | 49.881 | 2.45 |
| Albaner | 61.647 | 0.82 | 59.952 | 1.10 | 1.695 | 0.08 |
| Bosniaken | 136.087 | 1.82 | 135.670 | 2.48 | 417 | 0.02 |
| Kroaten | 70.602 | 0.94 | 14.056 | 0.26 | 56.546 | 2.78 |
| Roma und Sinti | 108.193 | 1.44 | 79.136 | 1.45 | 29.057 | 1.43 |
| Rumänen | 34.576 | 0.46 | 4.157 | 0.08 | 30.419 | 1.50 |
| Slowaken | 59.021 | 0.79 | 2.384 | 0.04 | 56.637 | 2.79 |
| Ungarn | 293.299 | 3.91 | 3.092 | 0.06 | 290.207 | 14.28 |
| Walachen | 40.054 | 0.53 | 39.953 | 0.73 | 101 | 0,01 |
| Andere | 137.214 | 1,83 | 66.446 | 1,22 | 70.768 | 3,48 |
| Ohne Angabe | 107.732 | 1.44 | 52.716 | 0.97 | 55.016 | 2.71 |
| Unbekannt | 75.483 | 1.01 | 51.709 | 0.95 | 23.774 | 1.17 |
Die Hauptamtssprache in Serbien ist Serbisch. Serbisch beziehungsweise Serbokroatisch wird fast überall im Land verstanden und gesprochen. In der nordserbischen Provinz Vojvodina sind neben der serbischen Sprache auch die ungarische, die kroatische, die russinische, die slowakische und die rumänische Sprache als Amtssprache anerkannt. Im Kosovo und Teilen Südserbiens wird albanisch gesprochen.
Nach der im November 2006 in Kraft getretenen Verfassung wird die serbische Sprache in Serbien offiziell in kyrillischer Schrift geschrieben, wobei im Alltag und in den Medien auch die lateinische Form vielfältig zur Anwendung kommt.
→ Siehe auch: Liste der Städte in Serbien, Liste deutscher Bezeichnungen serbischer Orte
Die größten Städte Serbiens (über 60.000 Einwohner) sind (geschätzte Einwohnerzahlen für die eigentlichen Städte für 2004, gefolgt von der Einwohnerzahl der jeweiligen (Groß-)Gemeinde laut der Volkszählung von 2002 bzw. für die Städte im Kosovo laut Schätzung der OSZE aus dem Jahr 2007):
| in Zentralserbien |
| in der Vojvodina |
| im Kosovo |
→ Hauptartikel: Geschichte Serbiens
Erstmalige urkundliche Erwähnung findet ein Staat Serbien 822 bei Einhard, dem Biographen Karls des Großen. Zu dieser Zeit regierte der Župan Strojimir, der Enkel Višeslavs, über Serbien. Etwa seit 600 ist die Herrschaft von Županen im Gebiet Serbiens bekannt. Sie waren Stammesanführer, die bis ca. 1000 die Regierung Serbiens innehatten. Nachdem Serbien dann von den Ungarn verwüstet wurde, fiel es völlig unter die Herrschaft von Byzanz, die von 950 bis 1050 anhielt. Um 1040 wurde Stefan Vojislav byzantinischer Archont über die als Dioklitien bezeichnete Region und begründete die bis 1131 dauernde Herrschaft der Vojisavljević, die weiterhin unter der Regierung von Byzanz stand. In der Region Raszien übernahmen um 1080 die Urošević und in ihrer Nachfolge ab 1167 die Nemanjiden, ab 1371 die Lazarević die Herrschaft. Von 1427 bis 1459 war Raszien von Branković beherrscht.
1459 wurde Serbien von den Osmanen erobert und blieb bis 1804 Teil des osmanischen Reiches.
→ Hauptartikel: Fürstentum Serbien
Trotz zahlreicher Versuche wieder unabhängig zu werden, wurde Serbien erst 1804 im ersten serbischen Aufstand teilweise befreit. 1813 wurde Serbien aber wieder von den Osmanen erobert. Erst im zweiten serbischen Aufstand 1815-1817 wurde Serbien teilweise ein autonomes Fürstentum unter osmanischer Oberhoheit. 1867 zwang Fürst Mihailo Obrenović die letzten osmanischen Regimenter mit ihrem Hab und Gut das Fürstentum zu verlassen, und Belgrad wurde feierlich zur freien serbischen Hauptstadt geweiht. 1878 wurde im Berliner Kongress die volle Souveränität Serbiens von den Großmächten offiziell anerkannt. 1882 wurde das Fürstentum Serbien zum Königreich erklärt.
→ Hauptartikel: Königreich Serbien
Am 9. Oktober 1912 erklärte Montenegro der Pforte den Krieg. Die verbündeten Serben, Bulgaren und Griechen traten am 18. Oktober dem Krieg gegen das Osmanische Reich bei. Dieses verlor durch den Londoner Vertrag 1913 fast alle seine europäischen Besitzungen. Bulgarien auf der einen und Serbien und Griechenland auf der anderen Seite gerieten jedoch in heftigen Streit um die Aufteilung des von ihnen eroberten Makedonien. Daraufhin unternahm am 29. Juni Bulgarien einen Angriff auf Serbien. So kam es zum Zweiten Balkankrieg, in dem Serbien gemeinsam mit Griechenland, Rumänien und dem Osmanischen Reich, Bulgarien in einer Gegenoffensive besiegte. Konfrontiert mit dieser Übermacht blieb Bulgarien nur die Kapitulation. Es musste im Frieden von Bukarest vom August 1913 seine im Ersten Balkankrieg gewonnenen Territorien teilweise wieder abtreten.
Infolge der Balkankriege wurde der nordwestliche Teil Makedoniens serbisch, der südliche Teil Makedoniens und der südwestliche Teil Thrakiens wieder griechisch.
→ Siehe auch: Geschichte Serbiens - Erster Weltkrieg
Im Ersten Weltkrieg stand Serbien von Anfang an auf Seiten der Entente cordiale, seine Kriegsziele sahen eine Zerschlagung Österreich-Ungarns und die Vereinigung aller südslawischen Völker in einem gemeinsamen Staat vor. Auslöser des Krieges war das durch den großserbische Ideologien vertretenden und auch in der serbischen Regierung sehr einflussreichen Geheimbund „Schwarze Hand“ angezettelte Attentat von Sarajevo auf den österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand von Österreich-Este. Serbien sah sich daraufhin mit einem unannehmbaren Ultimatum Österreichs konfrontiert, was eine Kettenreaktion auslöste, die den Kriegsausbruch in ganz Europa zur Folge hatte.
Die ersten Offensiven der Österreicher 1914 konnte die serbische Armee noch abwehren, erlitt aber empfindliche Verluste. Ein schwerer Schlag war der Ausbruch einer Seuche im Winter 1914/15, Zehntausende Soldaten starben aufgrund der Kämpfe und der schlechten Versorgungslage. Im Juli 1915 besetzte Serbien das benachbarte Albanien. Im Zuge einer koordinierten Offensive der Mittelmächte gegen das Land im Oktober 1915 zur Bereinigung der Balkanfront griffen jedoch österreichische, bulgarische und deutsche Truppen Serbien von drei Seiten an. Die serbische Armee entging zwar der völligen Vernichtung, musste sich aber zum Meer zurückziehen und erlitt dabei Verluste von weit über 90 Prozent der ursprünglichen Stärke. Währenddessen führten die Mittelmächte im besetzten Land ein strenges Besatzungsregime, dem die Serben mit Partisanenaktionen hartnäckig Widerstand leisteten. Mit der Niederlage der Mittelmächte 1918 ging auch Serbien trotz hoher Verluste als Siegermacht hervor.
Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde das Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen unter der Führung des serbischen Königs Alexander I. Karađorđević gegründet, das sich 1929 in Jugoslawien (Südslawien) umbenannte. Es bestand aus Serbien, dem bis dahin unabhängigen Montenegro sowie den meisten von Südslawen besiedelten Ländern Österreich-Ungarns, wie Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Kroatien, Slawonien und Slowenien. Innere Konflikte in der jugoslawischen Monarchie führten zu einem Erstarken nationaler Bewegungen. In Folge fielen der serbische König Alexander I. und der französische Außenminister Louis Barthou gemeinsam in Marseille am 9. Oktober 1934 einem Attentat kroatischer faschistischer Ustascha und mazedonischer VMRO-Anhänger zum Opfer. In der Folgezeit entwickelte sich ein autoritäres Regime, das Historiker heute als Königsdiktatur bezeichnen und das sich weitgehend auf den serbischen Teil der Bevölkerung stützte.
→ Hauptartikel: Serbien im Zweiten Weltkrieg
Im Zweiten Weltkrieg blieb Jugoslawien zunächst neutral und weigerte sich, dem Dreimächtepakt beizutreten. Das Abkommen wurde erst nach offenen Kriegsdrohungen am 25. März 1941 von der Regierung Cvetković-Maček und Prinz Paul (Pavle), der ein Vetter von Aleksandar I. Karađorđević war, unterzeichnet. In Folge kam es in Serbien zu großen Demonstrationen, die schließlich am 27. März 1941 in einem pro-britischen Staatsstreich in Belgrad gipfelten, durchgeführt von General Dušan Simović und unterstützt von Petar II. Karađorđević, bei dem die Regierung Paul-Cvetković-Maček gestürzt wurde. Prinz Paul musste nach Griechenland fliehen. Kurz darauf, am 6. April 1941, wurde Belgrad von der deutschen Luftwaffe bombardiert, was innerhalb weniger Tage rund 20.000 zivile Opfer forderte. Die Deutschen führten einen Blitzfeldzug gegen das Land und besetzten es innerhalb weniger Tage. Das Land wurde dem Unabhängigen Staat Kroatien Syrmien und Bosnien-Herzegowina angegliedert. Montenegro, der Sandschak und der Kosovo wurden von italienischen Truppen Benito Mussolinis besetzt. Die Batschka wurde Ungarn unter Miklós Horthy zugeschlagen, während der Banat und das restliche „Rumpfserbien“ unter deutsche Besatzung fielen. Süd- und Zentralserbien wurden im Laufe des Krieges schließlich zur bulgarischen Okkupationszone, ebenso Mazedonien. Serbien wurde dem „Befehlshaber Serbien“, u. a. Ludwig von Schröder, unterstellt, dessen vorgesetzte Dienststelle der Wehrmachtsbefehlshaber Südost in der Person des österreichischen Generals Alexander Löhr war. Schließlich wurde eine Marionettenregierung unter General Milan Nedić eingesetzt, der als zivile Verwaltung nur geringe Kompetenzen eingeräumt wurden. Im Anschluss an die deutsche Besatzung kam es in Serbien Anfang Juli 1941 zu einem Volksaufstand, der sich später auf Montenegro, Bosnien und Kroatien ausweitete.
Der antifaschistische Widerstand in Serbien war zunächst in zwei Lager geteilt: die kommunistische Bewegung unter Josip Broz („Tito“) und die westlich-monarchistischen Tschetniks. Die Jugoslawischen Partisanen warfen den Tschetniks vor, unter Premier Nedić kritiklos den Serbenmord durch deutsche und kroatische Okkupatoren hinzunehmen und sogar offen mit den Besatzern zu kollaborieren. Die Tschetniks, die teilweise von Mussolinis faschistischem Italien, aber auch von britischen und US-amerikanischen Militärs unterstützt wurden, und die den Ustaschas in Bosnien und Kroatien erfolgreich Widerstand leisteten, warfen den Partisanen im Gegenzug vor, die rücksichtslosen Vergeltungsmaßnahmen der deutschen Besatzer in Serbien zu schüren und einen bolschewistisch-revolutionären Kampf auf Kosten unschuldiger serbischer Zivilisten auszutragen. Es galt die Regel, dass der Tod eines Wehrmachtssoldaten mit der Erschießung von 100 serbischen Zivilisten vergolten wurde, wobei diese Quote häufig übererfüllt wurde. Einige Tschetnik-Führer, wie Kosta Pećanac und Dimitrije Ljotić, dienten den Besatzern als willige Helfer und beteiligten sich an militärischen Aktionen der Wehrmacht gegen die kommunistischen Partisanen.
Aus dem Zweiten Weltkrieg gingen die Partisanen Titos als Sieger hervor. Serbien wurde eine von sechs Teilrepubliken der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ). Serbien erhielt Ost-Syrmien, aber Mazedonien wurde wie Montenegro eine eigenständige Teilrepublik. Im Jahr 1974 erfolgte auf Beschluss der kommunistischen Partei unter Tito und Edvard Kardelj eine Teilung Serbiens in drei Teile, aus der zwei autonome Provinzen, die Vojvodina und der Kosovo, hervorgegangen sind.
→ Hauptartikel: Zerfall Jugoslawiens
Nach Titos Tod 1980 wandten sich Politiker aller Teilrepubliken, insbesondere Serbiens und Kroatiens, mehr und mehr nationalistischen Programmen zu. In Serbien agitierte die sozialistische Partei um Slobodan Milošević gegen die Autonomie des Kosovos. Politiker aus Kroatien und Slowenien, allen voran Franjo Tuđman und Milan Kučan, drängten ihrerseits auf die Souveränität ihrer Teilrepubliken.
Ab 1991 begann Jugoslawien zu zerfallen, alle Teilrepubliken bis auf Serbien und Montenegro erklärten nach und nach die Unabhängigkeit. Daraufhin gründeten Serbien und Montenegro am 27. April 1992 die Bundesrepublik Jugoslawien, welche von der UNO jedoch nicht als alleiniger Rechtsnachfolger der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien anerkannt wurde. Mit der Loslösung Sloweniens, Kroatiens und Bosnien-Herzegowinas brachen die Jugoslawienkriege aus. Erst intervenierte die Jugoslawische Volksarmee, die von Belgrad aus kommandiert wurde. Sie musste jedoch nach der internationalen Anerkennung Sloweniens, Kroatiens und Bosniens diese, nicht mehr jugoslawischen, Territorien verlassen. Serbien unterstützte militärisch und finanziell die serbischen Paramilitärs in den Kriegsgebieten Kroatiens und Bosniens, unterbrach diese Unterstützung jedoch, nachdem die UNO Sanktionen gegen die Bundesrepublik Jugoslawien einführte.
Die Sanktionen wurden aufgrund von bekanntgewordenen ethnischen Säuberungen gegenüber Kroaten im Krajina-Gebiet verhängt. Mit Unterstützung Serbiens gelang es den kroatischen und bosnischen Serben, große Gebietsgewinne zu erringen. Die meisten dieser Gebiete gingen jedoch bis 1995 wieder verloren. Im Zuge der kroatischen Militäroperation Oluja wurden etwa 200.000 Serben, darunter auch die geschlagene paramilitärische Armee der Republik Serbische Krajina, aus Kroatien vertrieben. Viele Flüchtlinge kamen nach Serbien oder zogen in Drittländer und sind teilweise bis heute dort geblieben.
→ Hauptartikel: Kosovokrieg
Nach der Beendigung der Kämpfe in Kroatien und Bosnien-Herzegowina 1995 konzentrierte sich die politische und militärische Führung um Slobodan Milošević auf die Unruhen im Kosovo. Die albanische Volksgruppe, die im Kosovo die Mehrheit der Bevölkerung stellt und die Unabhängigkeit von Serbien bzw. den Anschluss an Albanien fordert, fühlte sich unterdrückt. Der Jahresbericht 1996 von amnesty international berichtet von zahlreichen politisch und ethnisch motivierten Verhaftungen, Misshandlungen und Foltervorfällen bei Wohnungsdurchsuchungen. Außerdem kam es zu ungeklärten Todesfällen Kosovo-albanischer Häftlinge in serbischen Gefängnissen.
Im Jahr 1996 begann die UÇK mit Terroraktionen und Angriffen auf das serbische Militär und die Zivilbevölkerung. Nach den serbischen Präsidentschaftswahlen 1997, die von den Kosovo-Albanern fast geschlossen boykottiert wurden, eskalierte die Situation, und im Verlauf des Jahres 1998 kam es zu mehreren serbischen Großoffensiven im Kosovo, die mit schweren Menschenrechtsverletzungen beider Bürgerkriegsparteien einhergingen.
Die NATO griff in den Konflikt ein und zwang die beiden Parteien zu Verhandlungen. Der im französischen Rambouillet ausgearbeitete Vertrag beinhaltete jedoch einen Anhang, welcher für Belgrad unannehmbar war. Die Nichtunterzeichnung des Vertrages durch Jugoslawien wurde von der NATO als Begründung für den am 24. März 1999 begonnenen Angriffskrieg genutzt. Der Angriff erfolgte ohne UNO-Mandat und war nach Ansicht eines Teils von Völkerrechtlern deswegen völkerrechtswidrig, hingegen nach Ansicht anderer Experten durch das Nothilferecht legitimiert. 78 Tage lang bombardierten Luftstreitkräfte der NATO-Mitgliedsstaaten zivile und militärische Ziele in ganz Jugoslawien.
Die Situation der Kosovo-Albaner verschärfte sich indes, weil die serbischen Streitkräfte sich nicht, wie erwartet, sofort aus dem Gebiet zurückzogen. Unter dem Druck der Bombardierungen, welche immer mehr zivile Ziele trafen, unterzeichnete die jugoslawische Regierung am 10. Juni 1999 die UN-Resolution 1244 und das Abkommen von Kumanovo.
Beide Verträge sichern die territoriale Integrität Jugoslawiens über die Provinz Kosovo. Ebenso wurde der vorläufige Rückzug der jugoslawischen Streitkräfte aus dem Kosovo vereinbart und die Verwaltung der Provinz wurde vorübergehend auf die UNO (UNMIK) übertragen. Die militärische Kontrolle über die Provinz wurde der NATO zugeteilt. Mit dem Rückzug der jugoslawischen Armee und Polizei, verließen etwa 250.000 Serben die Provinz. Ein Großteil der im Kosovo verbliebenen Serben wurde von den Albanern gewaltsam vertrieben, Hunderte wurden ermordet oder gelten als vermisst. Die Übergriffe der Albaner richteten sich auch gegen andere Minderheiten im Kosovo, überwiegend gegen die Roma.
Bei den Präsidentschaftswahlen am 24. September 2000 wurde Vojislav Koštunica zum serbischen Präsidenten gewählt, was das Ende der Ära Milošević einleitete. Milošević hatte sich zunächst zum Wahlsieger erklärt, musste aber nach mehrtägigen Streiks, Demonstrationen der Demokratischen Opposition Serbiens und der Besetzung des Parlaments am 5. Oktober, schließlich nachgeben. Bei den Parlamentswahlen im Dezember 2000 errang die DOS einen überwältigenden Sieg. Im Januar 2001 wurde Zoran Đinđić zum neuen Ministerpräsidenten gewählt. Dies führte u.a. dazu, dass Slobodan Milošević am 29. Juni 2001 an den Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) in Den Haag ausgeliefert wurde. Am 12. März 2003 wurde Đinđić auf offener Straße von Attentätern aus den Reihen der ehemaligen „Roten Barette“ ermordet.
Mit der Annahme einer neuen Verfassung im Jahre 2003 wurde die 1992 gegründete Bundesrepublik Jugoslawien in einen losen Staatenbund umgewandelt und änderte ihren Namen in Serbien und Montenegro um.
Mitte März 2004 verübten ethnische Albaner schwere Pogrome gegen die im Kosovo lebende serbische Minderheit. Dabei wurden über 4.000 Menschen vertrieben, 19 getötet, 1.000 Häuser in Brand gesteckt, 27 serbisch-orthodoxe Kirchen und Klöster zerstört.
Am 30. März 2004 wurde ein kontroverses Gesetz erlassen, durch welches die Republik Serbien verpflichtet ist, Angeklagten vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag alle Spesen zu ersetzen. Allerdings wurde drei Tage darauf ein Erlass veröffentlicht, wonach sich dieses Gesetz nicht auf die Familie von Slobodan Milošević erstreckt.
Am 27. Juni 2004 wurde ein neuer Präsident gewählt, nachdem mehrere vorangegangene Versuche wegen zu geringer Wahlbeteiligung gescheitert waren. Die Beteiligung musste über 50% betragen; diese Quote wurde jedoch nie erreicht. Nach Abschaffung der 50%-Hürde gewann der liberale und Europa zugewandte Reformer Boris Tadić von der DS gegen Tomislav Nikolić von der nationalistischen Radikalen Partei mit 53,24 % der Stimmen die Präsidentschaftswahl.
Am 17. August 2004 hat die serbische Nationalversammlung einstimmig das frühere königliche Wappen und die Hymne Bože Pravde des 19. Jahrhunderts als zu verwendende nationale Symbole vorgeschlagen, jedoch nur provisorisch, bis eine endgültige Lösung bestimmt wird. Die Hymne und das Wappen aus Zeiten der serbischen Monarchie sollen die letzten kommunistischen Symbole ersetzen. Das Wappen zeigt einen doppelköpfigen silbernen Adler, ein silbernes Kreuz und eine Krone.
Serbien war einer der letzten aus Jugoslawien hervorgegangenen Staaten. Nach dem Zerfall der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien (SFRJ) bildeten Serbien und Montenegro ab 1992 zunächst die Bundesrepublik Jugoslawien. Diese wurde durch Parlamentsbeschluss des damaligen Bundesparlaments am 4. Februar 2003 aufgelöst und durch den Staatenbund Serbien und Montenegro (Srbija i Crna Gora) abgelöst.
Am 5. Juni 2006 erklärte das serbische Parlament in Belgrad die formale Unabhängigkeit des Landes, nachdem Montenegro diesen Schritt nach der Volksabstimmung am 21. Mai 2006, die zugunsten der Unabhängigkeit ausfiel, bereits am 3. Juni 2006 mit der Unabhängigkeitserklärung des montenegrinischen Parlaments in Podgorica vollzogen hatte. Am 8. Juni 2006 wurde die Flagge Serbiens als Nachfolger des Staatenbundes bei den Vereinten Nationen aufgezogen.
Am 30. September 2006 verabschiedete das Parlament in Belgrad einstimmig und nach sechsjähriger Auseinandersetzung eine Verfassungsnovelle für Serbien. Bei einer Volksabstimmung am 28. und 29. Oktober 2006, wurde die neue Verfassung von 53,04 Prozent der Wahlberechtigten (bei einer Wahlbeteiligung von 54,91 Prozent) angenommen.[11] Am 10. November wurde die neue Verfassung durch das Parlament angenommen.
Am 21. Januar 2007 wurden Neuwahlen des Parlaments durchgeführt. Erst am 11. Mai einigten sich Serbiens Demokraten auf die Regierungsbildung mit Vojislav Koštunica als Ministerpräsidenten.
Die am 8. November 2005 begonnenen Stabilisierungs- und Assoziierungsgespräche zwischen der EU und dem damals noch bestehenden Staatenbund Serbien und Montenegro, wurden zunächst im Frühjahr 2006 von Seiten der EU unterbrochen, da nach deren Ansicht die Regierung in Belgrad nicht genügend Aktivitäten zur Ergreifung der als Kriegsverbrecher gesuchten Radovan Karadžić und Ratko Mladić unternahm. Nach einer verbesserten Kooperation Serbiens mit dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien (ICTY) wurden die Gespräche fortgeführt und mündeten am 7. November 2007 in der Paraphierung eines Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens. Unterzeichnet werden soll das Abkommen aber erst nach der Überstellung von Karadžić und Mladić an das ICTY.[12]
Am 17. Februar 2008 rief das kosovarische Parlament, die Unabhängigkeit der Provinz aus, was von der serbischen Regierung und vom serbischen Parlament nicht akzeptiert wird und völkerrechtlich umstritten ist. Nach der Unabhängigkeitserklärung kam es in verschiedenen Städten zu Unruhen, bei denen besonders Botschaften der unabhängigkeitsbefürwortenden Staaten angegriffen wurden. Dabei kam ein 22-jähriger Student in der US-amerikanischen Botschaft, in die er mit weiteren Jugendlichen eingedrungen war, ums Leben. Zugleich erklärten die Serben im Norden des Kosovo, parallele Polizei- und Verwaltungsstrukturen aufgebaut zu haben.
Nachdem es im Mai 2008 abermals zu vorgezogenen Neuwahlen kam, wurde im Juli 2008 eine Koalitionsregierung unter Führung der bisher bereits regierenden Demokratischen Partei unter anderem zusammen mit der bisher oppositionellen Sozialistsichen Partei gebildet. Wenige Tage nach der Regierungsbildung gelang es, den lange gesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher Radovan Karadžić in Belgrad zu verhaften, was zu kurzzeitigen, teilweise gewalttätigen Protesten nationalistischer Bevölkerungsteile führte. Gleichzeitig wurde der Weg zur Ratifizierung des Stabilisierungs- und Assoziationsabkommens (SAA) frei gemacht, die am 9. September 2008 vom serbischen Parlament bestätigt wurde. Im Vorfeld der Abstimmung spaltete sich ein Teil der Fraktion der nationalistischen Serbischen Radikalen Partei unter Führung des bisherigen amtierenden Parteivorsitzenden Tomislav Nikolić ab und bildet nunmehr eine eigene Fraktion mit dem Namen „Napred Srbijo“ (Vorwärts Serbien). Die Abspaltung war das Ergebnis eines Machtkampfes zwischen pragmatischeren Kräften um Nikolić, die dem SAA zustimmen wollten, und Fraktionsmitgliedern, die einer Weisung des im Gefängnis des Internationalen Strafgerichtshofes in Scheveningen einsitzenden nominellen Parteivorsitzenden Vojislav Šešelj, der die Weisung ausgegeben hatte, gegen das Abkommen zu stimmen, folgen wollten.[13]
Serbien ist eine Parlamentarische Demokratie mit einem Einkammerparlament, der Narodna Skupština (wörtlich übersetzt:Volksversammlung) mit 250 Abgeordneten. Sie hat die Legislative inne. Die im Parlament vertretenen serbischen Parteien gruppieren sich als Fraktionen in eine Regierung und die Opposition. Die Exekutive wird von einem Ministerpräsidenten (serb. Predsednik Vlade, kurz Premier) und einem Ministerrat, der vom Staatspräsidenten ernannt wird und mit diesem gewisse Kompetenzen (Landesverteidigung, Außenpolitik) teilt, aber dem Parlament verantwortlich ist, geführt. Der Präsident wird alle vier Jahre vom Volk direkt gewählt. Eine Wiederwahl ist möglich. Amtsinhaber seit 2004 ist Boris Tadić (DS), der am 3. Februar 2008 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt wurde. In der Vojvodina gibt es weiterhin ein Regionalparlament. Die Bezirksregierungen der serbischen Okruzi werden dagegen von der Zentralregierung ernannt.[14]
Zu den in der Skupština vertretenen Parteien gehören seit den Parlamentswahlen am 11. Mai 2008 die westlich-orientierte Koalition "Für ein europäisches Serbien" (DS in Koalition mit G17 Plus, SPO, LSV und der SDP), die nationalistische Serbische Radikale Partei, die mitte-rechts orientierte Demokratische Partei Serbiens in Koalition mit der rechtsgerichteten Nova Srbija. Die Sozialistische Partei Serbiens ist in einer Koalition mit der Partei der vereinigten Pensionäre Serbiens und mit Einiges Serbien im Parlament vertreten. Der strikt prowestlich ausgerichteten Liberaldemokratischen Partei gelang ebenfalls der Einzug ins Parlament, wie auch den Parteien der albanischen (KAP), ungarischen (SVM) und bosniakischen (BLES) Minderheit, welche von der Fünf-Prozent-Hürde ausgenommen sind.
Mit der Verfassung von 2006 bekamen die autonomen Regionen Serbiens Vojvodina (Војводина) und Kosovo und Metochien (Косово и Метохија / Kosovo i Metohija, als Kurzform Космет / Kosmet), die von 1974 bis 1989 eine politische Selbständigkeit innerhalb Serbiens und Jugoslawiens besaßen, ihre Autonomie als Provinzen Serbiens zurück. Der restliche Teil Serbiens (mehr als die Hälfte des Landes), der nicht zu diesen beiden Provinzen gehört, bildet keine eigene politische Einheit, weshalb es auch keine offizielle Bezeichnung für ihn gibt. Informell ist die Bezeichnungen Zentralserbien (Централна Србија / Centralna Srbija) gebräuchlich.
Unter Slobodan Milošević war der Autonomiestatus der beiden Provinzen Serbiens aufgehoben und die alte Verfassung von 1945 bis 1974 erneuert worden. Weiterhin wurde ihr Stimmenanteil innerhalb des Staates Jugoslawien auf die Republik Serbien übertragen, was Serbiens Einfluss in politischen und finanziellen Entscheidungen auf Staatsebene stärken sollte.
Nach der Wende im Oktober 2000 beschloss 2002 das serbische Parlament das so genannte Omnibus-Gesetz, das unter anderem auch regelt, dass das Regionalparlament der Vojvodina von den Bürgern der Provinz direkt gewählt wird.[15]
Kosovo steht seit Juni 1999 unter UN-Verwaltung (UNMIK), so dass die Bestimmungen dort nicht in Kraft treten konnten. Der völkerrechtliche Status ist nach der Unabhängigkeitserklärung vom 17. Februar 2008 zwischen Serbien und den Staaten, die die Provinz bereits anerkannt haben, umstritten.
Zu administrativen Zwecken ist Serbien in 30 Bezirke (serb.: Okrug; pl.: Okruzi) gegliedert (einschließlich der Stadt Belgrad). 18 Bezirke liegen im Engeren Serbien, sieben in der Vojvodina und fünf im Kosovo. Die örtlichen Selbstverwaltungseinheiten in Serbien sind die opštine (Sg. opština, wörtlich Gemeinde, der Größe nach oft eher Landkreise). Von diesen gibt es 108 im Engeren Serbien, 54 in der Vojvodina und 30 im Kosovo.
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Okrug | Verwaltungssitz | auf Serbisch | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Belgrad | Belgrad | Београдски округ | Београд | ||
| Bor | Bor | Борски округ | Бор | ||
| Braničevo | Požarevac | Браничевски округ | Пожаревац | ||
| Jablanica | Leskovac | Јабланички округ | Лесковац | ||
| Kolubara | Valjevo | Колубарски округ | Ваљево | ||
| Mačva | Šabac | Мачвански округ | Шабац | ||
| Moravica | Čačak | Моравички округ | Чачак | ||
| Nišava | Niš | Нишавски округ | Ниш | ||
| Pčinja | Vranje | Пчињски округ | Врање | ||
| Pirot | Pirot | Пиротски округ | Пирот | ||
| Podunavlje | Smederevo | Подунавски округ | Смедерево | ||
| Pomoravlje | Jagodina | Поморавски округ | Јагодина | ||
| Raška | Kraljevo | Рашки округ | Краљево | ||
| Rasina | Kruševac | Расински округ | Крушевац | ||
| Šumadija | Kragujevac | Шумадијски округ | Крагујевац | ||
| Toplica | Prokuplje | Топлички округ | Прокупље | ||
| Zaječar | Zaječar | Зајечарски округ | Зајечар | ||
| Zlatibor | Užice | Златиборски округ | Ужице | ||
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Okrug | Verwaltungssitz | auf Serbisch | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Severna Bačka | Subotica | Северно-Бачки округ | Суботица | ||
| Južna Bačka | Novi Sad | Јужно-Бачки округ | Нови Сад | ||
| Zapadna Bačka | Sombor | Западно-Бачки округ | Сомбор | ||
| Severni Banat | Kikinda | Северно-Банатски округ | Кикинда | ||
| Srednji Banat | Zrenjanin | Средње-Банатски округ | Зрењанин | ||
| Južni Banat | Pančevo | Јужно-Банатски округ | Панчево | ||
| Srem | Sremska Mitrovica | Сремски округ | Сремска Митровица | ||
Die aufgeführte Verwaltungsgliederung Kosovos entspricht der serbischen Terminologie. De facto gilt sie nur in den mehrheitlich von Serben bewohnten Gebieten der Region. Im übrigen Teil Kosovos hat sich in den seit Ende des Kosovokrieges eine andere Verwaltungsstruktur etabliert.
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Okrug | Verwaltungssitz | auf Serbisch | ||
|---|---|---|---|---|---|
| Kosovo | Priština | Косовски округ | Приштина | ||
| Kosovo-Pomoravlje | Gnjilane | Косовско-Поморавски округ | Гњилане | ||
| Kosovska Mitrovica | Kosovska Mitrovica | Косовско-Митровачки округ | Косовска Митровица | ||
| Peć | Peć | Пећки округ | Пећ | ||
| Prizren | Prizren | Призренски округ | Призрен | ||
Die wichtigsten Parteien in Serbien sind die zwei großen Demokratische Partei (DS, sozialdemokratisch) und Serbische Radikale Partei (SRS, ultranationalistisch). Daneben existieren auch kleinere Parteien, sowie Splitterparteien. Ein paar Beispiele: Demokratische Partei Serbiens (DSS, konservativ), G17 Plus (liberal), Sozialistische Partei Serbiens (SPS, postkommunistisch-nationalchauvinistisch), Serbische Erneuerungsbewegung (SPO, parlamentarisch-monarchistisch), Neues Serbien (NS, konservativ). Bei den Wahlen am 21. Januar 2007 kandidierten insgesamt 20 Listen, manche davon aus mehreren Parteien bestehend.
→ Siehe auch: Beitrittsverhandlungen Serbiens mit der Europäischen Union
Im Herbst 2003 brach die bisherige Regierungskoalition unter dem Namen DOS (Demokratische Opposition Serbiens) auseinander, so dass es am 28. Dezember 2003 zu Neuwahlen kam. Mit knapp 28% der Stimmen beziehungsweise etwa 35% der Parlamentssitze wurde die SRS, geleitet von Vojislav Šešelj, gegen den in Den Haag seit 24. Februar 2003 ein Gerichtsverfahren läuft, stärkste Partei, blieb jedoch in der Opposition.
Nach etwa zweimonatigen Verhandlungen bildete der demokratische Block eine Minderheitsregierung bestehend aus DSS, G17 Plus, SPO-NS (unter Ausnahme der DS). Zunächst war diese Regierung partiell auf parlamentarische Unterstützung durch Miloševićs SPS angewiesen, was auch als Destabilisierungsfaktor gesehen wurde. Stabilisieren konnte sich die Regierungskoalition Ende September 2005, als die muslimische Sandžak-Partei dem Kabinett beitrat. Am 1. Oktober 2006 teilte die Partei G17 Plus mit, dass sie die Regierungskoalition verlässt, da die Regierung nicht in der Lage sei, den gesuchten Kriegsverbrecher Ratko Mladić zu verhaften. Dadurch wurden vorgezogene Parlamentswahlen nötig.
Aus den vorgezogenen Parlamentswahlen im Januar 2007 ging das demokratische Lager als Sieger hervor. Die für eine engere Bindung an die Europäische Union eintretenden Parteien erzielten zusammen mehr als 150 der insgesamt 250 Sitze. Stärkste Partei wurde, wie schon 2003, die Serbische Radikale Partei mit einem leicht gestiegenen Stimmenanteil. Sie bekam 28,7 % der Stimmen, was 81 Parlamentssitzen entspricht. Im Mai 2007 verständigten sich die demokratischen und pro-westlichen Parteien DS, DSS und G17 auf eine Koalitionsregierung unter Ausschluss der Nationalisten, nachdem kurz zuvor der amtierende Vorsitzende der SRS Tomislav Nikolić, auch mit den Stimmen der DSS, zum Parlamentspräsidenten gewählt wurde. Dieser trat am 13. Mai als Parlamentspräsident zurück. Daraufhin wurde Oliver Dulić (DS) zum Parlamentspräsidenten und Vojislav Koštunica (DSS) zum Ministerpräsidenten gewählt.
Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo im Februar 2008 traten innerhalb der Regierung